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Milieu

Toonsup

Plaudern, Planen, Fresse polieren! Ein Rückblick über Teamprojekte, Kooperationen und Aktionen auf Toonsup

embe (ICOM e.V., Moderation) |

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Wenn man Leute auf der Straße fragen würde, wie die Arbeit von Künstlern aussieht, dann würden diese mit Sicherheit von Menschen in Ateliers erzählen, die ruhig und besonnen vor sich hinwerkeln. Eigenbrödler, die an Leinwänden oder Skulpturen schaffen, vertieft in ihre Arbeit.
Cartoonisten und Comiczeichner säßen Tag für Tag am Tisch, mit Stift in der Hand, und würden ihre Ideen auf Stapel von Papier zeichnen. Sie säßen eventuell auch an Graphic Tablets und füllten ihre Festplatten mit Unmengen von Daten.
Ein einsamer Job, jeder für sich.

Wahrscheinlich würden die Leute noch die Kooperation von Zeichnern, Koloristen und Autoren benennen, aber das wären auch nur bestimmte Aufgabenbereiche in der Produktion eines Comicwerkes oder eines Cartoons. Künstler sind Einzelgänger – so glaubt man.
Und in mancher Hinsicht ist das mit Sicherheit so. Gerade wenn man in bestimmten Arbeitsprozessen steckt, ist das Zeichnen oft Fleißarbeit, bei der man allein am Schreibtisch sitzt und Strich für Strich Geschichten kreiert.
Doch es gibt Möglichkeiten, dieses Bild aus seinem Rahmen zu reißen und zu beweisen, dass hinter all den Einzelgängern dann doch sehr kommunikative und teamfähige Menschen stecken und dass Pauschalisierungen wie »Eigenbrödler« nur irgendwelche bescheuerten Vorurteile sind.
Okay, allein der Gedanke, sich an solchen stereotypen Situationen wie »Würde man Leute auf der Straße fragen ...« langzuhangeln, ist auch bescheuert, aber man bekommt dann doch oft von Menschen in vergleichbaren Situationen vergleichbare Gespräche, was die Arbeitsweise von Zeichnern betrifft.
Ich habe mich nun also für so eine Einleitung entschieden – sorry.

Wenn wir uns mal in diese Welt der Schaffenden begeben, wird ganz schnell klar, dass es natürlich nicht so ist. Wer glaubt denn bitte heute noch an so Stereotype, die irgendwie treffen, dass jemand so oder so ist?
Schauen wir doch einfach mal auf eine Community voller Menschen mit verschiedenen Fertigkeiten, Ambitionen und Professionen. Eine Internetplattform für Cartoons, Comics und Illustrationen, die auch nach
18 Jahren noch ein Potpourri an künstlerischen Arbeiten bereitstellt und täglich wächst. Die Rede ist von www.toonsUp.com, wo ich selbst all die Jahre meine Werke hochgeladen habe, mir Tipps abgeholt und tolle Künstler kennengelernt habe. Und dann war da ja noch was mit Vereinsgründung und Vorstand, aber das an anderer Stelle.
Als 2007 toonsUp von Martin Sander (Made) und Ronald Markworth (Ron) ins Leben gerufen wurde, nahmen diese beiden Herren Kontakt zu unzähligen Künstlern auf. Es wurden E-Mails geschrieben, eingeladen sich anzumelden und diese neue Seite zu benutzen und mit Leben zu füllen.

Ziel war eine Vernetzung zwischen Künstlern und Lesern, bei der jeder mitmachen konnte, seine Ideen teilen und sogar mit anderen Menschen weiterentwickeln konnte. Für Zeichner, die gerade in den Kinderschuhen steckten, in Deutschland verstreut lebten und noch nichts veröffentlicht hatten, war diese Plattform die Möglichkeit, sich zu zeigen und erste Kontakte zur Szene aufzunehmen.
Und ja, man wurde gesehen und es entwickelte sich ein reger Austausch.

Made und Ron begannen, Treffen in ihren Wohnzimmern zu organisieren. Es wurde gezeichnet, geplaudert, getrunken, und immer wieder gingen Blätter über den Tisch. Auf diesen Papieren entstanden Team-Comics und -Cartoons. Niemand konnte sich sicher sein, dass seine Idee von einem Cartoon vom anderen auch so weitergeführt werden würde.
Ein Spiel der Interpretation und der Kreativität.
Und ganz oft auch einfach nur stumpfer Blödsinn.
Unterschiedlichste Menschen mit einer existenziellen Verbindung: die Liebe zum Comic und Cartoon.

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Mit dem Wachstum der Community wuchs auch immer mehr die Zusammenarbeit. Es bildeten sich Kooperationen und sogar Freundschaften. Plötzlich war dieser Kontakt da, den man sich erhofft hatte. Es gab neue Inspiration und Hilfestellung.
Mit dieser Verbindung und der Identifikation mit dem Medium Comic und Cartoon entstanden die ersten öffentlichen Kooperationen und Projekte.

Es wurden kreative Selbstläufer, bei denen einfach keiner ausgeschlossen wurde. Ich glaube, dass gerade diese Offenheit damals dazu geführt hat, dass die »Neuen« vor den »Alten« keine Angst haben mussten. Amateure, Hobbyzeichner und Profis – irgendwie war alles vertreten, und niemand musste sich schämen. Ob das allen so ging? Keine Ahnung. Aber das war früher mein Eindruck.
Aus dieser Freiheit entstand dann unter anderem die Idee einer virtuellen Wohngemeinschaft. Der »toonsUp-Tower« war nur der Anfang, aber er symbolisierte die Vielseitigkeit der Community.
Das Prinzip ist ganz einfach erklärt: Man bekam eine digitale Vorlage eines Stockwerks, das man mit Leben füllen konnte. Die Vorlage war ein simples rotes Mauerwerk, ein JPG, das man per Mail bekommen hatte oder das man sich direkt herunterladen konnte.
Es waren genormte Wohnungen, die man nach eigenen Vorstellungen zeichnerisch einrichten und bewohnen und übereinanderstapeln konnte. Immer wenn ein Zeichner ein Bild fertig hatte, wurde es von den beiden toonsUp-Machern in das Gesamtwerk eingepflegt.
Jeder Künstler bekam eine Etage bzw. eine Wohnung, und so wuchs ein riesiges, digitales, illustriertes Hochhaus, das vom Erdkern bis ins Weltall reichte.
Man kann es sich immer noch anschauen – es existiert noch – und theoretisch kann man hier auch immer noch anbauen. (Ich glaube jedoch, die Mieten sind enorm gestiegen...)

Wenn man jedoch Leser von Comics fragt, in welcher Form sie die Neunte Kunst konsumieren, dann ist es auch heute noch Konsens, dass die meisten von ihnen am liebsten ein gedrucktes Werk in den Händen halten. Man will es aus dem Regal nehmen und darin stöbern, Geschichten noch einmal lesen und sich in andere Welten entführen lassen. Cartoons lockern die Tageszeitungen auf oder werden in Sammlungen zu einem nicht enden wollenden Lachanfall. Okay, heute freut man sich auch über Cartoons in Feeds, aber es gibt nichts Schöneres als ein gedrucktes Werk in den Händen.
Hmm ... riecht ihr das Papier? Ja, steckt mal eure
Nase genau hier rein und nehmt einen ordentlichen Zug. Fasst die Seiten an, blättert um ... Es gibt nichts Vergleichbares.

Da damals Comics und Cartoons vor allem in Papierform gelesen wurden und werden, entschied man sich, ein vergleichbares Projekt zu starten und dieses dann in Eigenregie und auf eigene Kosten zu veröffentlichen. Ein Gemeinschaftsprojekt von Amateur bis Profi.
Die User wurden aufgerufen, Aliens für eine Misswahl aufzustellen. Jeder konnte seine eigenen »Schönheitsideale« ins Rennen schicken, und es entstand ein vielseitiges und spannendes erstes Heft. Inzwischen sind wir Männer (ich zähle mich dazu) ein wenig feinfühliger und emanzipierter geworden, und eine solche Veröffentlichung würde von vielen als sexistisch und nicht mehr zeitgemäß angesehen werden, aber wir waren dumm und ungebildet.
Zum Glück gab es im Heft immer wieder auch mal Brüche mit dem Schönheitsideal, sodass es heute durchaus auch noch funktionieren kann.
Was man aber abschließend zum Thema sagen kann: Die »Miss-Alien-Party« in Berlin, in einer Kneipe, die ein abgestürztes Ufo unter dem Alexanderplatz symbolisieren sollte, war legendär. Es gab eine Ausstellung, und der ganze Raum war voller Menschen, die sich dem Erschaffen von Kunst widmeten.

Von dort an sprudelten nur so die Ideen, und es entstanden immer wieder neue Projekte. Jeder konnte zu solchen Events aufrufen, und alle zwei Jahre wurde ein neues Heft zu einem bestimmten Thema entwickelt und veröffentlicht.
All das passierte über die Seite von toonsUp. Es gab plötzlich diesen Ort im Internet, und die Community wuchs rasant weiter. Ich konnte mir früher gar nicht vorstellen, wie viele Schaffende wir sind. Es gab so viele Ideen, so viel Output, so viele tolle Künstler.
Dieses Potpourri an Menschen sorgte dafür, dass neue Hefte und Sammlungen entstanden.

2012 wurde in einer Auflage von 150 Stück das Thema Tierolympiade »Animal Athletics« umgesetzt.
37 Künstler:innen zeichneten Cartoons zu den verschiedensten sportlichen Disziplinen. Also eigentlich trug es einen anderen Titel, denn wenn man ganz genau hinschaute, fiel einem auf, dass sich ein kleiner Fehler im Titel eingeschlichen hatte. Da stand doch wirklich »Animal Atheltics« auf dem Cover. Schon absurd, dass es Wochen dauerte, bis einem dieser Fehler auffiel.

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Im Jahre 2014 begaben sich die »toonsUpper« auf eine verrückte Reise in die Welt der Werbung. Der »Dauerwerbecomic« umfasste Comics und Cartoons von insgesamt 27 Künstlern. Langsam kristallisierten sich aus den vielen Usern »alte Hasen« heraus, denn manche Namen tauchten immer wieder auf. Es entwickelte sich ein fester Stamm, der sich nicht nur auf der Webseite immer mehr einbrachte, sondern auch auf Messen an den sogenannten Gemeinschaftstischen herumlungerte. Hier warfen alle Künstler die Standgebühren zusammen, da toonsUp leider keinerlei Geld generierte. Alle arbeiteten im Ehrenamt, unterstützten sich für »die Sache« und freuten sich über ihre neu gewonnene »Familie«.
Was mit dem Verkauf der Hefte eingenommen wurde, wurde wieder in neue Projekte gesteckt.
Ein No-Profit-Projekt. Und obwohl die Kohle eigentlich nie reichte, war das Ziel der toonsUp-Macher, auf jedem Comicsalon in Erlangen ein neues Heft zu präsentieren.

Dann kam etwas Neues – ein Thema, das allen geläufig ist, aber ganz anders angefasst wurde. Man versuchte beim nächsten Heft, Superhelden und die Kunstwelt zu verbinden, und so entstand 2016 »Heroes of Art«. Neue Künstler im Boot, die Auflage wieder leicht angehoben und inhaltlich eher Shortcomics anstatt Cartoons. Man muss sagen: war eher ein Flop.

Nebenbei mussten die Macher Made und Ron unzählige Aktionen koordinieren, die Webseite in Schuss halten und dabei auch noch Familienleben und Arbeit unter einen Hut bringen.
Das Team wuchs, jedoch wurde das Engagement und die Kraft der Erfinder und Programmierer von toonsUp immer geringer. Und so entschieden sich die beiden, die Seite zu schließen. Feierabend.

An dieser Stelle könnte dieser Text zu Ende sein.
Schluss mit Historie, Schluss mit lustig.
...

Natürlich nicht! Denn 2017 entschieden sich einige der inzwischen stark involvierten Nutzer, die Webseite zu retten und damit die bestehende Community. Irgendwie ist toonsUp ein Zuhause geworden, und zusätzlich war es die beste Möglichkeit, Projekte mit so vielen Schaffenden zu gestalten oder sich darüber auszutauschen. Wir gründeten einen Verein, und ich entschied mich, den ersten Vorsitzenden zu machen. Mein erstes Mal Vereinsarbeit – aber es war eine Herausforderung, die ich (naja, wollte halt kein anderer machen) gerne annahm.
Mit neuer Kraft und frischem Elan ging es wieder an die Arbeit. toonsUp war gerettet, und die Arbeit konnte wieder aufgenommen werden.
Am 9. November 2017 versammelten sich dann alle Künstler, um das 10-jährige Jubiläum in einer Ausstellung und einem Heft zu feiern, das dieses Datum als Namen trug.
»TOONSMAG – Der 9. November« war ein besonderes Heft, da dieser Tag so viel geschichtliche Auseinandersetzung bot, dass sich gerade das in den Inhalten widerspiegelte. Die Abdankung von Kaiser Wilhelm II (1918), der Beginn der Reichspogromnacht (1938), die Grenzöffnung in Ost-Berlin (1989), der Sieg von Kasparow gegen Karpow zur Schachweltmeisterschaft (1985) oder Albert Einsteins Nobelpreis (1922) sind nur ein paar Themen, die sich die Cartoonisten, Comiczeichner und Illustratoren herauspickten.
Das Format wechselte inzwischen von DIN A5 zu A4, der Ablauf blieb jedoch gleich. Es wurden Ideen gesammelt, abgestimmt, gezeichnet, hochgeladen, versendet und gedruckt. Die Kommunikation lief größtenteils über das hausinterne Forum oder über die Privatnachrichtenfunktion.

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Nebenher wurden auch noch Projekte wie »Die neue Welt« von mir selbst ins Leben gerufen. Eine fortlaufende Science-Fiction-Reihe, in der jeder Künstler die Geschichte von zwei Astronauten und einem Roboter im Weltall weitererzählen darf. Das System ist eigentlich ganz simpel: Das Raumschiff der drei landet auf einem fremden Planeten, irgendetwas passiert, und am Schluss muss das Raumschiff wieder starten.
Dann ist der nächste Comiczeichner dran und muss mit der Story weitermachen. Es gibt keine Regeln, bis auf eine: »Der verdammte Roboter (Robotski) darf nicht draufgehen.«
»Die neue Welt« erscheint in »regelmäßigen« Abständen als Heft. Okay, da fällt mir auf: Hier ist schon
lange nichts mehr passiert – aber die Leute arbeiten dran, richtig?
Die Produktion der Hefte lief weiterhin auf die gleiche Art und Weise ab. Es wurden im Forum Themen gesammelt, diskutiert, und dann wurde abgestimmt.
Dann zogen alle an ihre Schreibtische, um zu zeichnen.
Es folgten ein Ausflug auf den »Rummel« (2020) und eine Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien in »Energy for Future« (2022).
In all diesen Heften, in all der Zeit tauchen bestimmte Leute immer wieder auf.
Leider darf ich ihre Namen nicht nennen, weil dann alle ihr wahres Alter ausrechnen könnten – und die Begrifflichkeit von »Alte Hasen« wäre eine schamlose Untertreibung.
(Hab mich schon gewundert, wo meine Haare geblieben sind.)

Okay, jetzt folgt ein kleiner Abschnitt in eine andere Welt – eine Welt der Angst und Gewalt. Wer bis hierhin dachte, das Leben von Künstlern sei langweilig, der wird jetzt eines Besseren belehrt.
Gib zwei Comiczeichnern einen spitzen Stift in die Hand und sag ihnen: »Mach sie fertig. Es kann nur einen geben!«
Die perfekte Ausgangsposition für Gewaltphantasien. Jeder durfte sich hier gepflegt die »Fresse polieren«.

Da Zeichner bekanntlich blasse, schmale Stubenhocker sind und bei einem Messerkampf niemand gewinnen würde (einfach zu schwach), entschied man sich, interne Kämpfe auf dem Papier auszutragen.
Das »Art-Battle« war jahrelang ein angesehenes Mittel, anderen Zeichnern eins auszuwischen und sie mit Witz und guten Ideen in die Knie zu zwingen.

Okay, ich habe zu viel versprochen. Erst so »anteasern», und am Ende des Tages bestätige ich wieder jedes Klischee eines Comiczeichners. Gewalt findet dann doch meistens nur auf dem Papier statt.
In so vielen Jahren als Comicschaffender, Vereinsvorstand und Fanboy habe ich die Szene dann doch eher als friedlich und freundlich kennengelernt (bis auf ein paar wenige Ausnahmen – ich glaube, es war in Erlangen).
Zurück zum Art-Battle – das lief so ab: Es gab ein Oberthema, ein Setting, eine kleine Richtlinie. Als Zeichner konnte man sich bis zu einem bestimmten Termin anmelden, und dann wurden die Kontrahenten ausgelost.

Jeder brauchte einen Charakter, den er in einem kleinen Post vorstellte. Diesen würde man dann ins Rennen schicken – an dem konnte man sich austoben. Ich hab’s geliebt!
In der Regel habe ich das mit dem Auslosen gemacht. Als überzeugter Träger von Kopfbedeckungen schrieb ich Namen auf Zettel und zog die Paare aus einem verdammten Hut. Kein Online-Voting oder so – einfach Zettel ziehen.
Am Abend vor jeder Runde bekamen die Kontrahenten ihre Gegner, und dann hatten alle eine Woche Zeit, einen Beitrag zu erstellen.
Das konnte ein mehrseitiger Comic sein oder ein Cartoon oder eine Illustration – ganz egal, Hauptsache, man zwingt seinen Gegner in die Knie.
Die Beiträge wurden bei mir gesammelt, damit niemand auf seinen Gegner reagieren konnte. Alles geschah im Geheimen.
Plötzlich waren sie alle da, die Beiträge, gleichzeitig veröffentlicht. Eine Lawine aus Comicseiten und Cartoons. Der Ring war eröffnet.

Nun zeigte sich, wie weit sein Kontrahent wirklich gegangen war. Hemmungslos, schamlos, mit gnadenloser Präzision hatte er den Charakter erniedrigt und bis aufs Mark gedemütigt. Ein Spektakel. Purer Anarchismus. Und ein höllischer Spaß.
Die Community entschied über Sieg oder Niederlage, die Werbetrommel wurde gerührt, und man konnte für jeden Kampf einem seine Stimme geben.
Die Gewinner zogen in die nächste Runde – einfaches K.-o.-Prinzip. Am Ende konnte es nur EINEN oder EINE geben.

Das Schöne an der Nummer mit dem Art-Battle: Es gab keinen Gewinn, kein Preisgeld oder irgendetwas. Das Einzige, was man gewinnen konnte, war die Gewissheit, allen anderen mit Witz, Verstand und guten Ideen die Fresse poliert zu haben.
Mal das Blut über weiße Schneedecken zu verspritzen, an Halloween das Gehirn auszusaugen oder in der Märchenwelt dem verdammten Prinzen eins über den Schädel zu geben – ein Fest für alle Liebhaber sinnloser, fiktiver Gewalt.

Was wir zu Beginn von toonsUp mit dem »Tower« gemacht haben, versuchten wir noch einmal zu reproduzieren. Das, was uns am Tower störte: Wir konnten ihn nicht richtig drucken. Nicht alle Menschen wohnen in Altbauwohnungen mit einer Deckenhöhe von 4

Metern, um ein Poster mit dieser Höhe in ihr Wohnzimmer zu hängen. Die Teilstücke waren für eine digitale Nutzung angelegt – und dieses Mal sollte es anders werden.

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Wir entschieden uns für einen Endloszug, den jeder zu Hause ausdrucken und sich ins Treppenhaus tapezieren konnte.
Jeder Waggon auf DIN A4 im Querformat angelegt, mit Raum für Interpretation und Freiheit. Lediglich das Schienensystem und drei Arten von Waggons waren vorgegeben.
Es wurden Einzelstücke gedruckt, die wir auf Messen oder Ausstellungen verkauften. Die kleine Variante war gute drei Meter lang. Die große Variante war einfach riiiiiiichtig lang – verdammt.
Es gab so viele Projekte, so viele Kooperationen, so viele Ideen, dass ich noch ewig weiter schwärmen könnte. Deswegen gebe ich jetzt einfach mal ein paar Schlagworte, die ihr selbst bei www.toonsUp.com suchen könnt:


Rasenmäher-Challenge, Wimmelbildkalender, Original gegen Spende, Kakao-Karten, Schneeballschlacht, Geschenkmaschine, Weihnachtswunschbild, das Zuspiel usw.
Das Schöne und Gute an toonsUp war (fast) immer, dass man sich Raum gab und so viele Menschen kennenlernen durfte.
Dass der Umgang mit Kunst, im Speziellen Comic und Cartoon, wertschätzend war – selbst wenn Sachen weder witzig noch zeichnerisch ansprechend waren.

Nachdem wir aufgrund von (wer kennt es nicht) ZU WENIG ZEIT und fehlendem Engagement den Verein auflösen mussten, obwohl wir gerade erst zwei Jahre zuvor die ganze Webseite neu programmieren ließen, alles überarbeiteten und Millionen von Daten migriert hatten, kann man von Glück sprechen, dass toonsUp noch immer da ist.
Denn der Interessenverband Comic e.V. ICOM hat sich entschieden, diese Plattform am Leben zu halten, sie weiterzuführen und auch weiterzuentwickeln.

toonsUp, Leute!

Eine Plattform für verdammte Künstler. Gratis, vielseitig und einfach nett. Macht da mit!

Schaut euch den ganzen Bums an, das ist Wahnsinn. Ich bin wirklich dankbar, ohne Scheiß. Am Ende dieses kleinen Ausflugs in die toonsUp-Welt kommt ein wenig Wehmut auf. Irgendwie überkommt mich das Gefühl, ich müsste mal wieder die Klingen schärfen und mich in einen Kampf werfen.
Ich habe da noch ein paar Rechnungen offen, die beglichen werden müssen. Wer von euch hat also Bock auf einen ordentlichen Kampf? Wer traut sich?
Wir sehen uns auf toonsUp.com!
(Ihr Luschen!)

Euer EMBE

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