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Toonsup
Nachgefragt: ICOM-Mitglieder im Kurzinterview über Toonsup
Burkhard (ICOM e.V., ICOM Vorstand, Moderation, Team) |
COMIC!: Wie lange bist du schon auf toonsUp aktiv? Wie viele Arbeiten hast du hochgeladen?
Ingmar Decker (achecht): Ich bin seit 2008 dabei. Mit der Zeit habe ich ca. 180 Werke hochgeladen oder bin daran beteiligt. Lange Zeit war ich ganz normaler toonsUp-User. 2019 habe ich dann die Technik übernommen, da die Initiatoren Martin Sander (Made) und Ronald Markworth (Ron) das nicht mehr betreuen konnten. Die Technik musste aber anders laufen, also habe ich es seinerzeit neu programmiert und kümmere mich weiterhin darum, jetzt unter der Haube des ICOM.
Matthias Kringe: Da musste ich selber mal nachschauen. Zum Glück hat toonsUp ja eine Übersicht auf der Profilseite. Ich bin seit gut 17 Jahren dabei, seit Oktober 2008.
Laut toonsUp-Statistik hab ich 226 Werke hochgeladen, zusammengesetzt aus Scribbles, Ilustrationen, Cartoons, Strips, Onepagers und mehrseitigen Comicgeschichten.
Gerald Lagler (VisComica): Ich bin bei toonsUp seit 2016 dabei, dann kurz untergetaucht aus der Öffentlichkeit und 2024 erneut »eingestiegen«. Derzeit befinden sich 74 Werke von mir (davon 66 ältere) auf toonsUp, werden aber nach und nach wieder erweitert.
Ralf Marczinczik (Comixfactory): Ich glaube, ich bin 2010 beigetreten. Ich hatte mich gerade entschlossen, mich mehr den Comics und Cartoons zuzuwenden (Schuld gebe ich dafür meiner heutigen Frau, denn sie ist selbst Comic-Schaffende und Cartoonistin) und habe, so glaube ich, an die 90 Werke auf der Plattform.
Swen Scheuermann (swenson): Mein erstes Bild hab ich Mitte März 2009 hochgeladen ...bis heute fast 400.
Boris Schütz (atzecomic): Ich bin seit April 2010 aktives Mitglied und habe in den letzten 15 Jahren über 200 Werke hochgeladen. Dazu gehören meine »Hugo & Spule«-Geschichten, die Comics mit Atze aus der Zeit mit Manfred Ilsemann und aktuell ein Mix aus Bild und Gedicht (siehe Linkliste zum COMIC!-Jahrbuch www.comic-i.com/jahrbuch25).
Reinhard Trummer (TrumixComics): Seit 09.01. 2009. Und ich habe Stand heute 2.113 Bilder hochgeladen.
COMIC!: Hast du dich mal an den gemeinsamen Aktivitäten wie Battles und Challenges beteiligt?
Ingmar Decker (achecht): Bei den größeren Battles und Challenges war ich meist nicht direkt beteiligt, aber an ein paar kleineren Aktionen und Sammlungen, z.B. bei der 10-Jahre-toonsUp-Feier. Zu diversen Anthologien habe ich Werke beisteuern können. In den alten Zeiten gab es dann ja noch diverse toonsUp-Treffen, bei denen ich dabei war. Sei es in einer Kneipe oder sogar bei Made zu Hause. Dort sind viele Ideen und vor allem viele Team-Comics entstanden, von denen viele ja bei toonsUp hochgeladen wurden. Seit einigen Jahren bin ich auch regelmäßig mit toonsUp-Kolleginnen und Kollegen beim Comic-Salon in Erlangen oder bei der Comic-Invasion in Berlin.
Matthias Kringe: Ja, wir hatten besonders in der Anfangszeit eine rege Community. Bei den Comicstammtischen in Essen sind tolle Sammlungen von Scribbles entstanden. Und dann die Battles: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die legendäre Schneeballschlacht, an der toonsUpper quer durch Europa teilnahmen.
Ralf Marczinczik (Comixfactory): Wir hatten uns in den ersten Jahren zusammen mit anderen Mitgliedern auch auf dem Comic-Salon gemeinsam präsentiert, und ich stand in regem Austausch mit den Kollegen. Jedoch verlagerte sich mein Fokus dann weg von Cartoons zu den Comics – und damit zu anderen Kollegen-Kreisen.
Swen Scheuermann (swenson): Hab mich beim toonsUp-Tower, dem Outline-Express-Zug und auch in einem (»Miss Alien« oder evtl. auch in einem zweiten Heft) beteiligt, die toonsUp rausbrachte.
Boris Schütz (atzecomic): Meine Lieblings-Challenge ist die von Markus Androsch (mark_and_draw), der unter anderem die »Finish The Cartoon«-Christmas-Challenge im Dezember abhält. Er zeichnet einen Teil eines Cartoons, und deine Aufgabe ist es dann, den restlichen Teil unter Berücksichtigung einer täglichen oder wöchentlichen Aufgabe fertigzuzeichnen.
Was auch sehr viel Spass gemacht hat, war die Mitarbeit an der Comicserie »Die Neue Welt« von Marcus Behrendt (embe), eine Science-Fiction-Fortsetzungsgeschichte mit einer Reise von Planet zu Planet, wobei jeder teilnehmende Zeichner sich einen Planeten vornimmt. Sind ein paar Geschichten fertig, werden diese gedruckt und über toonsUp verkauft. Ich durfte Planet N beisteuern, veröffentlicht in Band Nummer 4.
Reinhard Trummer (TrumixComics): Ja, die da wären: Artbattle, Outline-Express, toonsUp-Tower.
COMIC!: Bekanntlich war frü- her alles besser. Was müsste passieren, damit toonsUp wie- der die Anerkennung vergange- ner Jahre erfährt?
Ingmar Decker (achecht): Vermutlich müssen wir das Thema Politik begrenzen, aber mir scheint, das passiert gerade ganz von alleine. Vielleicht ist es in Zeiten von Instagram und Co auch wirklich schwierig geworden, weil man viel mit diesen anderen und etwas allgemeineren Plattformen beschäftigt ist. Ich denke aber, dass genau die Ruhe und Fokussierung und der in der Regel gute Umgang miteinander immer noch sehr wertvoll sind. Ich glaube, dass es jetzt durch den ICOM und neue User wieder einen Schub bekommt.
Matthias Kringe: Wir hatten damals ja nur toonsUp und waren nicht ständig herausgefordert, unsere Sachen auf möglichst vielen Social-Media-Kanälen zu posten. Ich war übrigens zuerst auf toonsUp, erst zwei Jahre später, 2010, hatte ich auf Einladung meines toonsUp-Freundes Des Langford aus Limerick ein Facebook-Profil erstellt.
Durch die Konzentration auf toonsUp war die online-Zeit viel produktiver und die Community lebendiger.
Gerald Lagler (VisComica): Die Werbetrommel verstärkt »rühren«, Aktivitäten im internationalen Comic-Bereich NOCH attraktiver gestalten.
Ralf Marczinczik (Comixfactory): Gute Frage. Ich glaube, bei dem Überangebot an hochqualitativen Material auf den bekannten Social-Media-Plattformen, wäre es sicher toll, wenn man unter einem Label TOONSUP auch dort eine rotierende Auswahl der Inhalte von toonsUp sehen könnte, um so neue Nutzer auf die Plattform zu holen.
Swen Scheuermann (swenson): toonsUp war medienpräsenter, es hatte sich so eine kleine Gemeinschaft gebildet die leider durch die Umstellung zum Verein etwas zerbrach.
Mich schreckt schlichtweg das Seitendesign ab. Für mich ist das eher so ein Realschul-Projekt. Es funktioniert irgendwie, aber ansprechend ist anders.
Boris Schütz (atzecomic): Grundsätzlich ist toonsUp so gut, wie seine Mitglieder. Ein Ort von Gleichgesinnten, die sich über toonsUp austauschen, sich deine Werke anschauen und auch einen Kommentar dazu abgeben können. Das ist immer eine Freude, diese zu lesen.
Wie in allen Foren, gibt es natürlich auch hier Mitglieder, deren Kommentare übers Ziel hinausschießen und wo sich dann die Diskussion hochschaukelt.
Das gilt auch für politische Aussagen, gerade seit der Corona-Zeit. Auch hier bei toonsUp ist die gesamte Bandbreite von politischer Meinung vertreten. Das muss man aushalten, fällt aber auch mir manchmal schwer.
Ob das Mitglieder von toonsUp abschreckt, kann ich nicht beurteilen.
Was toonsUp aber immer ausgezeichnet hat, waren Projekte, die dann zu einer Publikation geführt haben. Gerade für unbekannte Zeichner ein Ansporn sich daran zu beteiligen, und der Stolz, wenn man es geschafft hat ins Heftchen, Buch oder Kalender zu kommen, sorgt natürlich auch für eine festere Bindung an toonsUp.
Reinhard Trummer (TrumixComics): Schwierige Frage. Ich versuch’s mal zu beantworten. Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche Zeichner zu abgehoben sind und das auch in ihren Kommentaren zeigen.
Das schreckt eventuelle Interessenten sicherlich ab.
Andere schotten sich in ihrer eigenen Blase ab. Oder sind einfach nur beleidigt. Es geht da nicht mehr um die Arbeit an sich, sondern um eine politische Einstellung, und man tut sich dann schwer mit den »Anderen«. Ich habe den Eindruck, das war früher nicht so.
Boy (Rolf Boyke) versucht ja gerade diese Blasen zu durchbrechen. Das freut mich im Nachhinein sehr!!
Was kann man tun?
Ich versuche ja immer meine bescheidenen Mittel einzusetzen. FB, Instagram und mit Hilfe von google und den Klarnamen von Zeichnern diese anzuschreiben (meistens haben sie ja eine Homepage oder einen Account) und bitte sie, doch wieder bei toonsUp zu posten. Mit einigen hat das ja geklappt.
COMIC!: Du bist seit längerem nicht mehr auf toonsUp aktiv gewesen. Darf man den Grund erfahren?
Matthias Kringe: Zum einen hatte irgendwann Facebook die Oberhand gewonnen, zum anderen hatte der viel zu frühe Tod von Marco Knorr (LiddlBuddha) 2017 eine schmerzliche Lücke in die Community und unsere Aktivitäten gerissen. 2018 hatte ich mich dann zurückgezogen und meine Zeichnerfreundekontakte nach Facebook verlagert. Aber der Relaunch mit dem ICOM ist ein Anreiz, mal wieder auf toonsUp aktiv zu werden.
Gerald Lagler: Ich war mit anderen Aktivitäten beschäftigt, habe mit Kindern und Jugendlichen diverse Comic-Work-Shops abgehalten und war viel auf Reisen.
Ralf Marczinczik (Comixfactory): Cartoons sind auch nicht unbedingt meine Stärke. Das fällt vielen leichter als mir. Aber ich werde sie für die nächsten Online-Comic-Projekte wieder als Plattform nutzen. Meine Erfahrungen mit der Community dort waren nämlich sehr positiv.
Swen Scheuermann (swenson): Aktuell läuft der Stift bei mir nur zum Unterschreiben. Privat und Arbeit fressen viel Energie. Ich hab immer mal auf der Arbeit was nebenbei gemacht, aber das ist im Moment nicht mehr als ein Quadrat mit 3 Striche.
toonsUp war sowas wie eine Heimat, ich war ziemlich down, als die Seite offline ging. Toonpool, myComics usw. waren eher so Mitläufer, da mal was hochgeladen aber so wirklich war von meiner Seite da nie viel Beteiligung.
Ich hoffe, dass toonsUp wieder lebendiger wird, wenn Trumix, Egon, Wolfgang, Iris, embe, kusubi, Robin, ... Lil Buddha (RIP) ... und all die anderen zusammen die Uhr zehn Jahre zurückdrehen könnten ...
Toonsup
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