perle's Guestbook































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zenundsenf - 16.09.14 10:57
liebe perle,
dank für fav und viel spass auf dieser schmucken kleinen plattform!
wünscht dir
z+s
 
antonreiser (toonsUp admin) - 15.09.14 13:16
Vielen Dank für's Favorisieren;
(sozusagen von ZEIT-Leser zu ZEIT-Leser).
 
ilusore - 15.09.14 08:56
Danke fürs Favorisieren!!!
Habe eben Deine Zitatesammlung quergelesen....
Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich mich "Gutmensch" schimpfen lassen muss, denn wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Alternative zur Gutmensch-Lichterkette der Christbaum, der meine Bombenabwurfziele erhellt....und das ist nix für mich...
 
Ulili - 14.09.14 17:48
Hallo, perle! Vielen Dank für den Freundschaftstitel. Deine Kommentaren und Notizen entnehme ich, dass Du offenbar Dein Hirn tatsächlich zum kritischen Denken nutzt. Und das war positiv gemeint. Sehr schön, ich denke, ich kann mir Dich als Freund auch gut vorstellen. Mit freundlichem Grinsen, Ulili
 
SeplundPetra - 14.09.14 15:39
Mensch. Das ist ja mal eine interessante Sammlung von Zitaten zu dem Thema Gutmensch!

Eigentlich wollte ich mich nur kurz artig bedanken, dass ich a) als Freund hinzugfügt wurde und b) in den Kreis der Favoriten gerückt bin
 
perle - 11.09.14 11:52
mir zur Notiz - Fundstellen zum Gutmensch

Die Zeit, 18.02.2014, Nr. 08
Porzia , im Kaufmann von Venedig , drückt es am besten aus : " Wäre Tun so leicht wie Wissen , was gut zu tun ist , so wären Kapellen Kirchen geworden und armer Leute Hütten Fürstenpaläste . " Die Arbeit des nachdenklichen Moralisten ist die Abwägung ; der " Gutmensch " setzt voraus , was nicht ist : eine bessere Welt , die nur einen winzigen Makel hat .


Die Zeit, 14.10.2013 (online)
" Die Rechte wie die Linke sind am Boden ! Eine große Ohrfeige für diese Gutmenschen der Demokratie . Indem sie sich gegenseitig die Macht zuschieben , ohne das tägliche Leben der Menschen zu ändern , machen sie die Wähler überdrüssig . "


Die Zeit, 21.07.2013, Nr. 29
So ist es auch heute . In den Kreisen der Großfinanz oder in den Redaktionsstuben des Edelzynismus lacht man sich halb tot über die " Gutmenschen " , die es nicht lassen können , Gerechtigkeit für möglich zu halten . Man bejaht eine Welt , in der die Jagdinstinkte dominieren , weil die Welt nun mal so ist .


Die Zeit, 07.05.2012 (online)
Ein zunehmend entsichertes Bürgertum wirft zivilisatorische Errungenschaften leichtfertig über Bord ; Hetze gegen Arme , Ausländer , Migranten und andere Minderheiten sowie gegen den Staat Israel gehören mittlerweile wieder zum guten Ton . Wer solche Auswüchse kritisiert , wird entweder zum Gutmenschen , Gegner der Meinungsfreiheit oder Kriegstreiber erklärt.


Die Zeit, 08.11.2010 (online)
Es sind Leute , die es vordergründig gut meinen und die denken , dass ihre Absichten den Mitmenschen helfen . Die tatsächliche Wirkung ist aber eine andere : Gutmenschen wollen in erster Linie vor anderen gut dastehen . Sie sind harmoniesüchtig , wollen anerkannt und gebraucht werden . Unter einem Chef , der Gutmensch ist , entwickeln sich die Mitarbeiter nicht weiter . Sie erstarren in einem Abhängigkeitsverhältnis und werden unselbstständig .


Die Zeit, 28.12.2009, Nr. 53
Um der Klarheit willen empfiehlt es sich , zwischen dem Gutmenschen und dem guten Menschen zu unterscheiden . Der Gutmensch ist schwer erträglich , weil er sich immer auf die moralisch unangreifbare Seite stellt . Aus seiner Unangreifbarkeit bezieht er Macht , sein äußerliches Gutsein aber verdeckt das potenziell Schändliche des Machthabens .
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Aus seiner Unangreifbarkeit bezieht er Macht , sein äußerliches Gutsein aber verdeckt das potenziell Schändliche des Machthabens . Der Gutmensch kämpft gegen das Rauchen im Namen des Gesundheitsgebots , gegen schnelle Autos im Namen der Klimakatastrophe , gegen Steaks im Namen des Regenwalds , gegen höhere Bildung im Namen des Gleichheitsgrundsatzes , gegen erfrischende Witze im Namen der Menschenwürde . Kurz : Er kämpft gegen alles , was Spaß macht , und man kann nichts gegen ihn sagen , weil er recht hat , dieser Rechthaber par excellence .
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Ansonsten leitet er nichts daraus ab , es fällt ihm nicht ein , anderen ein schlechtes Gewissen zu machen . Der Gutmensch aber stellt sein Gutsein in den Dienst der Menschheit , darunter macht er es nicht . Sein Ziel besteht darin , als gut zu wirken , und er erreicht es am schnellsten , wenn er die anderen als Sünder erscheinen lässt .


Die Zeit, 25.07.2007, Nr. 31
Da darf uns die popkulturelle Konjunktur der Globalisierungskritik nicht täuschen . Dass der » Gutmensch « , aus der politischen Rhetorik stammend , sich in der Alltagssprache niedergelassen hat , kann als Triumph antihumanistischen Denkens gelten . Die Häme über den guten Menschen beginnt bei Nietzsche , der Neologismus stammt aus dem Stürmer , Kampfbegriff ist er für die Neue Rechte , und salonfähig wurde er durch die 68er-Kritik im Stil von Klaus Bittermanns Wörterbuch des Gutmenschen .


Die Zeit, 05.02.2007, Nr. 06
Japanische Lehrer , bislang weniger erfolgreich , machen dasselbe mit ihren Schülern : Sie geben ihnen wieder gezielte Schläge auf den Hinterkopf . Jahrelang war im Reich der aufgehenden Sonne diese traditionelle Maßnahme von Gutmenschen verboten worden ; nun hat eine Expertenkommission sie wieder erlaubt . Sogar die Wiedereinführung der Stockstrafe rückt in greifbare Nahe .


Die Zeit, 05.11.2001, Nr. 45
In dem Geplänkel , das in meiner Heimat Österreich die politische Auseinandersetzung ersetzt , fällt hin und wieder das Wort " Tugendterorist " es wird von politischen und journalistischen Funktionären der Rechten verwendet , und es soll wohl eine radikalisierte Variante des so genannten Gutmenschen bedeuten . Ein Tugendterrorist ist derjenige , der mit mehr oder weniger Nachdruck gegen den Rausch der Amoral , der die Schmalspurmachiavellisten beflügelt , das Wort erhebt .


Die Zeit, 05.02.1996, Nr. 06
Focus sieht sie ohnehin auf dem Kriegspfad , der neuere Spiegel auch , Buchautoren schießen sich erfolgreich auf sie ein . Als Gutmenschen werden diejenigen bezeichnet , die gerne " in einem politisch-moralischen Schaumbad " baden , die mit Lichterketten gegen den Golfkrieg protestierten oder mit Menschenketten gegen Raketen . Von Greenpeace bis Ulrich Wickert , so urteilte der Spiegel , von Friedrich Schorlemmer bis Lea Rosh , von Horst-Eberhard Richter bis Christa Wolf oder Jens Reich reiche diese Liste der Berufsbetroffenen .


Die Zeit, 02.12.1994, Nr. 49
Nur : Eine Vernunft jenseits des Wählerwillens gibt es in der repräsentativen Demokratie nicht . Im Argument Stefan Heyms taucht die Erlösungsformel des ewigen deutschen Gutmenschen wieder auf , der den pragmatischen Alltag demokratischer Mühen verächtlich macht . Wer so argumentiert , setzt sich deshalb selbst an die Stelle des Ganzen und verabsolutiert , wie unbewußt auch immer , seine persönlichen Überzeugungen zur Wahrheit .