Illustration Im Zeichen der Ewigkeit

Keller - Im Zeichen der Ewigkeit

 
Die Schrift ist eine konstruierte Mischform, die sich soweit wie möglich an das ältere nordische Futhark anlehnt. Für alle, die es nicht lesen können:

Freyrs Licht verbrennt
In Muspellheims Flammen.
Windzeit, Wolfszeit,
Julzeit in Midgard.

Der Fimbulwinter endet,
Die Schatten werden kürzer.
Das Rad dreht sich erneut
Im Reich der Sonne.

Der Text fasst sehr kurz die eigentliche Herkunft des abendländischen Julfestes (alias "Weihnachten" zusammen. Das Julfest markiert das Ende eines Jahreszyklus (daher den Mitwinter) und damit ein "Mini-Ragnarök", wenn man so will. Das Ragnarök ist in der Lieder-Edda die "Zeit des Windes und des Wolfes".
Freyr, Gott des Sonnenlichtes und der Fruchtbarkeit, wird von Surts Flammenschwert getötet (wahrscheinlich eine Metapher für das Rot am Himmel bei niedrig stehender Sonne, außerdem ist Muspellheim, dessen Herr Surt ist, im Süden, und die Sonne zeigt sich im Winter bekanntlich fast nur im Süden). Die endgültige Vernichtung der Sonne markiert das Ende der alten Welt und den Beginn der neuen, hier der Anfang der länger werdenden Tage. Die Sonne wird "wiedergeboren". Damit verbunden sind allerhand Tradtionen und Bräuche, die auch heute noch von vielen (den meisten?) Menschen in den germanischen Ländern praktiziert werden, mindestens in rudimentärer Form. Wie zum Beispiel:

- Der Weihnachtsmann (entweder Heimdall oder Wodan, die die Menschen an ihre Verpflichtung zu Walhall erinnern, nämlich die Selbstverbesserung durch ehrenvolle (dh. "gute" Taten)
- Der Adventskranz (ein symbolisch brennendes Strohrad (Sonnenrad) mit vier Speichen, Symbol für die vier Jahreszeiten)
- Der Weihnachtsbaum (früher wurden wurden nur einzelne Zweige von den immergrünen Bäumen abgeschnitten)
- Silvester (Darstellung des Ragnaröks, der letzten Schlacht, welche gleichzeitig den neuen Zyklus einläutet; die alten Germanen haben Feuerfeste und Schaukämpfe veranstaltet)
- Die guten Vorsätze (Eintreten in den neuen Zyklus in möglichst reiner Form, dh. Abstreifen alter und schlechter Gewohnheiten)

Teil des Ragnaröks ist der Fimbulwinter (in unserem Mini-Ragnarök der jährliche Winter). Er endet mit der Wiedergeburt der Sonne, also wenn das Sonnenrad seinen erneuten Kreislauf beginnt.
Das war war ungefähr am 21. Dezember, das neue Jahr beginnt also theoretisch schon dort. Und meiner Meinung nach hat heuer nicht das Jahr 2009 begonnen, sondern das Jahr 2000, weil sich eine angemessene nicht-christliche Zeitrechnung sinnvollerweise an der Varusschlacht im Jahr 9 n.Chr. orientieren könnte.

Ein gutes neues Jahr 2000 n.Hr. also! Mögen sich auch eure Räder weiter drehen.

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Keller - 27.12.08 12:08
Das Problem ist halt, dass ich sterben würde beim Versuch das zu colorieren. Ich studiere kein Kunst, mach kein Grafikgedöns und gar nichts, da investiere ich meine Zeit lieber darin besser in meiner Zeichentechnik zu werden als in Phuckingphotoshop. Ich kenne genug Leute, die zwar wunderbar colorieren, aber immer noch keinen gescheiten Baum zusammenzeichnen können. Trotzdem würde mich die Farbversion auch brennend interessieren, klar. Aber was will man machen...
Die Raben? Hm, finde ich nicht. Die Schwarzfärbung ist aber ne Spur zu trashig, sehe ich auch so.
 
froschart - 27.12.08 10:06
Gefällt mir spitze - bis halt ein Künstler des s/w. Dennoch würde mich interessieren, wie es aussehen würde, wenn du es colorierst. Ist zwar nicht notwendig, wäre aber ein schöner Vergleich und man könnt anschließend diskutieren.
Eine kl. Kritik: Die zwei vorderen Raben wirken schnell und nicht so sorgfältig gezeichnet.
 
Keller - 26.12.08 17:58
Oha, der Rabbifant. Den darf ich nicht vergessen, merci.
 
TIKWA - 26.12.08 09:57
Genau mein Ding. Klasse wie guter Neo Folk, inspirierend gezeichnet. Und endlich mal was ohne lästige bärtige Coca Cola Werbeträgerfiguren. Obwohl der ja durch den Rabbifanten hätte dargestellt werden können, was wieder einige Neustudien der Thora erfordert hätte. Love it.


 
Keller - 25.12.08 20:08
Merci euch. Vorspruch durch Zuspruch!
 
Volkertoons (toonsUp team) - 25.12.08 17:07
Gelungen und stimmungsvoll. Und nicht die Tiere verließen hier den Wald, sondern die Römer ;o)
 
Lutzi - 25.12.08 14:27
ein schöner Beitrag zur besinnlichen Weihnacht! Danke!
 
Pauercomix (toonsUp team) - 25.12.08 11:19
Hossa, mir ist das irgendwie von alten Filmen noch ein Begriff ... "Julfest".
Jetzt, auf den zweiten Blick muss ich bemerken: Das Bild "leuchtet" richtig. So Frank-Miller-Sin-City mäßiges Leuchten. Bei Frank Miller hat es mich allerdings wirklich geblendet und ich musste schnell umblättern - echt Hammer, das.
Schön auch, wie das Skelett da friedlich in der linken Ecke liegt.
Die Ecke rechts oben widerum erinntert mich grausamst an "Als die Tiere den Wald verließen" ---- echt die fieseste Serie für Kinder.
 
Keller - 24.12.08 23:30
"Ich weiß, man wird mich jetzt abgrundtief hassen und verachten ..."
Hä? Ne?
Aber ein Glück, dass das Bild nix mit "Pagan Metal" zu tun hat. Wenn dann hat Pagan Metal etwas mit dem Bild zu tun.
Vorspruch durch Jesus!

Achja PS: Das Wort "Jul" bedeutet "Rad". In Skandinavien nennt man Weihnachten immer noch Jul. "Rad" heißt auf norwegisch "Hjul".
 
Pauercomix (toonsUp team) - 24.12.08 22:50
Ich weiß, man wird mich jetzt abgrundtief hassen und verachten ...
Ich kann nämlich mit Pagan-Metal und Konsorten nix anfangen - aber ich find das Bild ziemlich gut gelungen. Das Symbol da oben is auch sehr knackig. Die Schrift sowieso feine Sahne ... Da winkt doch der erste eigene Font-Satz, oder? Nie wieder Times New Roman, YAAAAH!!
Preword through Merry X-mess!
 
 

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