Cartoon Tim in Amerika

Danny - Tim in Amerika

 

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SunnyRay - 12.07.20 22:33
Da hast du natürlich einerseits Recht, der Rassismus hat in unserem Kulturkreis andere Erscheinungsformen. Andererseits meint man mit der Solidarität und den Protesten natürlich nicht allein black lives, weder in den USA noch sonstwo, ist aber zB griffiger als POC Lives Matter und zeigt wo der Ursprung der Bewegung ist. Der Name spielt auch keine so große Rolle, denn alle wissen worums geht und wenn sich nun alle in Wortklaubereien verlieren und sich immer weiter aufspalten zu immer kleineren, spezifischeren Gruppen gehen sie alle unter und keiner wird gehört.

Ich versteh aber immernoch nicht was Waffen damit zu tun haben? Floyd hatte weder eine Waffe, noch starb er durch eine.
 
Pauer (toonsUp team) - 12.07.20 22:07
@Danny: Das kannst du natürlich nach deinem Ermessen machen.
Ist ja dein Upload .
Meine Bitte auch an @herve und @fuenf: Persönliche Angriffe stärken nicht die eigenen Argumente, sondern lenken davon ab und entlarven einen als ungehalten und unsachlich. Bitte keine Anfeindungen unter der Gürtellinie.


@SunnyRay: Es wurde aber ohne jegliche Abwandlung eins zu eins "Black Lives Matter" als Slogan übernommen, geradeso, als wäre die neue Sommermode aus den USA diktiert worden. Das hat mit der Bevölkerungsverteilung in Mitteleuropa herzlich wenig zu tun. Es ist eher abwegig, den Rassismus hierzulande nur auf den Anteil der Schwarzen (Marokkaner, Afrikaker, Somalier usw.) zu beschränken. Wir haben Rassismus, der sich alltäglich gegen weitaus mehr Ethnien im Speziellen wendet. Der Bevölkerungsanteil und der Umgang der Polizei sind schlichtweg nicht vergleichbar.

Ich meine damit, dass die Bewegung ohne jegliche Anpassung an die heimischen Verhältnisse rein populistisch und auf social media basierend übernommen wurde. Da wird gerufen "Black Lives Matter!", während die Ursache - tödliche Polizeigewalt! ein einzelnes Ereignis - hierzulande kaum eine Rolle spielt. Kaum jemand rennt bewaffnet durch die Straße, kein Zivilbürger hat einfach so automatische Waffen zuhause, geschweigedenn käme so leicht wie in den US Staaten an solche heran.

Wir brauchen kein "Black Lives Matter" sondern eher "Stoppt systemischen Rassismus" oder etwas in der Art.
 
Danny - 12.07.20 21:24
Ich begrüße kontroverse Diskussionen unter meinen Beiträgen und allgemein auf toonsUp. Wenn das hier aber auf Facebook-Niveau absinkt, der Austausch gänzlich unsachlich wird und der Kommentarbereich dazu genutzt wird, um sich gegenseitig Beleidigungen an den Kopf zu werfen, werde ich dem ein Ende setzen und die Kommentare abschalten.
 
herve - 12.07.20 20:46
@ SunnyRay:

Natürlich nicht! Aber es sind diejenigen, die versuchen, dieses Ereignis sich zu ihren Gunsten zu Nutze zu machen, sprich: es für ihre ureigensten kriminellen Absichten zu missbrauchen. Und einige Idioten hierzulande scheinen das Ganze dann offensichtlich eben auch noch als Solidaritätsbekundung zu betrachten und entblöden sich nicht, diesen Irrglauben auch noch publik zu machen.

Und DAS ist es, wogegen ich mich wehre. Und jedeR, der auch noch einen Funken Verstand und ein gesundes Rechtsempfinden hat, wird dies genau so sehen und handhaben. Punkt!

Und, @ fuenf: du brauchst erst gar nicht zu versuchen, hier einen auf beleidigte Leberwurst zu machen. Nicht umsonst habe ich dir in vorangegangenen Disputen geraten, vor dem Posten erst einmal dein Hirn einzuschalten, um zu verhindern, dass du dich als vollkommen ignoranter Vollpfosten outest.

Du hast diese Empfehlung in den Wind geschlagen, ergo: Q.E.D. (= "quod erat demonstrandum", zu deutsch: "Was zu beweisen war" )
 
fuenf - 12.07.20 20:36
"... aus dem eigenen Rattenloch heraus wagt, um vorzeitig Gift und Galle zu spucken... "

"...offensichtlich ein vollkommen verkorkstes Rechtsverständnis..."

und ein Versuch, mir die Billigung von Gewalttaten zu unterstellen. Man, man, man.

Das fällt hier bei Toonsup schon ziemlich aus dem Rahmen
 
SunnyRay - 12.07.20 20:22
Also geht es jetzt nicht um die Protestierenden sondern um die Plünderer ect? Das sind nämlich nicht die selben Leute.
 
herve - 12.07.20 20:15
Ok, gehen wir das Ganze doch mal anhand des ersten Absatzes des Wikipedia-Artikels zum Thema "Todesfall George Floyd" durch: die betreffenden Passagen des Wikipedia-Artikels werden im weiteren Verlauf mit Anführungs- respektive Schlußzeichen angegeben:

"Der Todesfall George Floyd ereignete sich am 25. Mai 2020 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota, als der 46-jährige Afroamerikaner George Perry Floyd durch eine gewaltsame Festnahme getötet wurde. Ein Video des Vorfalls sorgte weltweit für Aufsehen. Die vier an dem Einsatz beteiligten Polizeibeamten wurden nach Bekanntwerden des Videos entlassen und wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt inhaftiert. Der Fall löste großflächige Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den Vereinigten Staaten sowie anderen Teilen der Welt aus.":

So weit, so gut (bzw. schlecht eigentlich) und durchaus berechtigt.

"Wegen Ausschreitungen und Plünderungen, bei denen es zu mehreren Todesopfern kam, wurden ab dem 31. Mai 2020 in 40 US-Städten Ausgangssperren verhängt sowie das Militär in Form der Nationalgarde eingesetzt.":

Wer es wirklich wagen sollte, Straftaten gegeneinander aufwiegen zu wollen und einem verkaufen möchte, dass es doch so absolut harmlos wäre, Geschäfte zu zerstören, um damit gegenüber Straftaten gegen das Leben punkten zu können, hat offensichtlich ein vollkommen verkorkstes Rechtsverständnis, gell, @ fuenf?

"In diesem Zusammenhang kam es zu weiteren Fällen von Polizeigewalt, die als unverhältnismäßig kritisiert wurde.":

Zur näheren Beurteilung dieser Situation und dieser Ereignisse bedarf es eben mal näherer Untersuchungen, um sich ein objektives Bild zu machen. Einfach da allerdings Anschuldigungen und Verdächtigungen nachzugehen und etliche Randalierer glorifizieren zu wollen, macht die Sympathisanten derjenigen eben zu waschechten Populisten, womit sie nicht besser sind als die ganzen AfD-A....löcher, auf die sie sonst so gerne herabsehen.

Insofern: erst einmal informieren bevor man sich aus dem eigenen Rattenloch heraus wagt, um vorzeitig Gift und Galle zu spucken, um nur ja auf aus welchen Gründen auch immer einem missliebige andere Zeitgenossen eindreschen zu wollen, gell, @ fuenf?
 
SunnyRay - 12.07.20 19:26
Ich glaube ich hab jetzt schon mehrmals erwähnt, das wir hier eben nicht die exakt selben Probleme haben, aber eben auch wir haben Rassismus innerhalb der Polizei, so als Beispiel. Wie haben auch POC dessen mysteriöser Tod in Polizeigewahrsam bis heute nicht aufgeklärt wurde, haben Rassismuss innerhalb der Polizei, die über einzelene radikale Grüppchen hinaus gehen, haben einen Alltagsrassismus der POC systematisch völlig grundlos benachteiligt. Und ich weiß auch nicht warum da darauf kommst, dass all diese Proteste hierzulande allein um die USA drehen. Was ich so mitbekomme, ist das man die jetzige Aufmerksam nutzt um auch auf die Probleme hierzulande aufmerksam zu machen und darüber zu sprechen.
 
Pauer (toonsUp team) - 12.07.20 19:08
Nochmal etwas klarer gefragt: Denkst du, die systemischen und polizeilichen Probleme der USA sind exakt die selben, wie wir sie haben? Macht es Sinn, dass wir hier für deren Probleme zu tausenden auf die Straße gehen, während sich für die Innenpolitik kaum jemand mobilisieren lässt?
 
SunnyRay - 12.07.20 18:49
@Danny: Tut mir leid, wie wir deine Kommentare voll spammen

@Paul:
Nun ja, kritisch mitzudenken, dafür ist jeder letztlich selbst für verantwortlich, glaube aber nicht, das jemand ernsthaft glaubt, ein paar Wochen lang den Avatar zu ändern würde systematische Ungerechtigkeiten ändern können. Das sind eher Zeichen der Solidarität bzw ein Zeichen an die eigenen Follower wo man steht. Sicher machen viele auch nur mit, um gut da zustehen, aber die interessieren niemanden.

Ich versteh aber immernoch nicht, wieso gerade das so stark kritisert wird, denn es ist meiner Meinung nach immernoch besser als gar nichts und weiter alles unter den Teppich zu kehren. Probleme müssen aufgezeigt, angesprochen werden damit sich überhaupt was tut, damit man weiß wo es hapert.
 
Pauer (toonsUp team) - 12.07.20 12:26
Naja ich will auf zwei Sachen hinaus: Es gibt bei uns im deutschsprachigen Raum ebenso Probleme mit Rassismus. Die sind aber nicht auf so heftige und häufige Fehltritte der Exekutive zurückzuführen. In Mitteleuropa gibt es viel strengere, bessere Waffengesetze. Die Polizei erschießt in der Folge nicht andauernd Waffenbesitzer oder muss sich bei jeder Konfrontation auf das Schlimmste vorbereiten. Man mockiert sich über Probleme, die wir in der Form gar nicht haben.

Zum anderen stört mich die unten beschriebene, auf reine Trends und ansonsten unreflektiert übernommene Solidarisierung, die jeden angemessenen Rahmen sprengt. Ich würde mir wünschen, dass die Leute, besonders die jugendlichen, um deren Zukunft es geht, die Probleme ansprechen, die SIE DIREKT betreffen. Nach derartigen Aktionen, bleibt das Gefühl "ich habe mich eh schon politisch engagiert für heuer" und in Wahrheit hat man lediglich die Scharmützel auf der anderen Seite der Welt bespaßt.

Zudem lehne ich diese social media trends ab. Keinem hat es geholfen, dass die Leute ihre Avatare auf Regenbogen umfärbten ... dass sie auf instagram rein schwarze Bilder posteten. Die ganzen "Je suis Charlie Hebdo" Avatare haben rein gar nichts geändert. Das "beste", was daraus hervorging, sind die kommerziellen Verwertungen solcher Aktionen durch Marketingabteilungen. Coca Cola sagt, "hey wir sind auch voll dabei!" und bespickt die Plastikflaschen mit Regenbogen-Mustern. Diese ganzen Hashtags landen direkt im virtuellen Müll.
 
SunnyRay - 12.07.20 11:58
So krass oder öffentlich wie in den USA sicher nicht, aber auch hier in Deutschland haben wir ein Probleme in der Polizei. Nur weil es anderswo schlimmer ist/ öfters angesprochen wird, heißt das doch nicht, dass es nus nichts angeht? Bin grade verwirrt, worauf du hinaus willst.
 
Pauer (toonsUp team) - 12.07.20 11:47
Was mich an den globalisierten Trends stört, ist, dass sie zwar ganz schnell und effizient ein kollektives Aufregen inspirieren können.
(Negative Emotionen liebt zum Beispiel Facebook, das bringt massiv Clicks!)
Aber dabei gehen die Relationen und die länderspezifischen, politischen Umstände unter.

In Österreich herrscht in der Jugend ein breites Desinteresse an der Politik. Wenn man sich interessiert, dann für die oberflächlichsten und nebensächlisten Aspekte, wie Versprecher bei Reden oder Missgeschicke (eine Person flitzt im Hintergrund einer Videokonferenz durchs Bild).

Wenn jetzt ein medial wirksamer "feel good" Trend, wie das 'sich Aufregen über Rassismus gegen Schwarze' viral wegen eines Ereignisses aufflammt, dann spült er sich über soziale Medien in alle Länder der sogenannten ersten Welt. Selbst in Österreich, wo der Bevölkerungsanteil an Afroamerikanern gerechnet in keinerlei Vergleich mit der US-Bevölkerung steht, formieren sich die eigentlich politisch völlig blinden Jugendlichen zu zehntausenden auf den Straßen in Wien. Instragram ist voller "black posts". Einen derartigen Protest bringt man allerdings für reelle, länderspezifische Probleme wie hochkorrupte Politiker und Spielsucht-treibende Firmen, die die Politik bestimmen, nicht auf die Beine.

Ich möchte das Rassismusproblem in den USA auf keinste Weise schmälern. Aber, dass man solche ortspezifischen Probleme in alle Welt trägt und hierzulande "scheinsolidarisch" in übertriebener Form austrägt, hat nicht nur kaum einen nachhaltigen Effekt, es lenkt zudem von den eigenen Problemen ab. Ein derartiges Problem mit Polizeigewalt haben wir schlichtweg nicht. Wir haben auch kein Waffenproblem. Warum also diese aufgeblasenen Solidaritätsbekundungen?
 
SunnyRay - 12.07.20 10:55
@Herve:
Im Kern bin ich eigentlich ganz bei dir, aber dennoch nicht ganz richtig:
1.
Der Medienhype klingt längst wieder ab, in den USA kräht kaum noch ein Hahn danach, während in Wirklichkeit immernoch abertausende demonstrieren und zwar ganz im Sinne des (frühen) Dr King: friedlich. Es gibt IMMER einzelne Hooligans, die mit ihrem "Übereifer" alles wieder zerstören können. Das weiß wohl kaum einer besser als afroamerikanische Aktivisten, die versuchen das zu unterbinden sobald sie es sehen.

2.
Das abreißen der Statuen wird ebenfalls von kleinen Gruppen und nicht der Mehrheit begangen (diese Proteste sind hoch emotional) und natürlich interessieren sich die Kameras für solche Bilder mehr.

3.
Die Black Lives Matter Bewegung ist nich neu. Es kam immerwieder zu Protesten, über die dann kurz berichtet und dann wieder "vergessen" wurden. BLM Aktivisten sind einfach zahlreicher als zB Frist Nations und besser vernetzt und vor allem der Lockdown und zahlreiche weitere Ereignisse in den letzten Jahren der USA haben die jetzigen Proteste wesentlich mehr Feuer gegeben ua weil viele Weiße nach dem Lockdown ein wenig Aktion wollen. (Wobei wir wieder bei den einzelnden Randalierern sind).
 
fuenf - 12.07.20 10:03
Hi wütender herve

"Weil auch anderen Menschen unrecht geschieht, soll man sich also nicht mehr solidarisieren? Was wäre dann wohl aus der Emanziaption und der Schwulenbewegung geworden?"

scheibt Danny und kürzer, klarer und schöner kann man es nicht ausdrücken.

Deine reaktionäre Hasstirade dagegen ist mal wieder übergriffig und einfach nur peinlich:

"... zügellose, ikonoklastische und vandalistische Zerstörungsorgien von hirnlosen, kriminellen Vollpfosten..."

"...schafsblöd Solidarisierungsfloskeln nachblökt..."


Du wirkst auf mich wie ein Spießer, dem soziale Emanzipations-Bewegungen einfach mal generell stören wie die Fliege an der Wand.

- Warum findest du es seltsam, dass es "mehrheitlich Schwarzen gelingt, sich medienwirksam Gehör zu verschaffen"? Der Hinweis auf andere Minderheiten mindert doch nicht die Rechtfertigung der Schwarzen, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Es steht auch nicht im Widerspruch zu den anderen unterdrückten Minderheiten.

Mit dem selben rethorischen Trick (Stichwort #whatAboutIsm) versuchen manche die Schwulenbewegung gegen den Feminismus zu hetzen und umgekehrt.

Wenn man dich als Schwulen, Alten, Dicken usw verletzt, musst du doch nicht erst über die Ungerechtigkeiten gegen andere Gruppen philosophieren bevor du dich berechtigt dagegen wehrst.

Eine grundsätzlich solidarische Haltung gegen alle Täter wäre dem allerdings auch nicht abträglich.

Wir stecken ja beide nicht in den Schuhen eines Schwarzen. Vieles, was diese im Alltag erleben, können wir nur erahnen. Aber manches wird schon offensichtlich wenn man nur nicht im Zug angestrengt wegguckt. Und was man da sieht, darüber braucht sich keiner "künstlich" aufzuregen, sofern man nur ein Herz hat.

- "dass diese Gruppe gezielt heraus gegriffen und in den Fokus gesetzt wird, um die Ungerechtheiten gegenüber anderen Gruppen... zu überspielen" hat den Ansatz einer Verschwörungstheorie. WER sollte den deiner Meinung den Fokus setzen? Hast du dafür einen konkreten Anlass?

- "Womit man dann ganz gezielt eine Personengruppe gegen die andere ausspielen würde." ist ja gerade der Eindruck, den deine Argumentation hinterlässt: Mische so lange irrelevante Nebenthemen hinein, reiße andere Baustellen auf, werfe geistige Nebelkerzen, bis keiner mehr weiß worum es geht.

Ich erinnere an den maßgeblichen Bildinhalt:
Weißer Polizist kniet auf dem Nacken eines erstickenden Schwarzen
Der Mörder signalisiert damit grinsend den handyfilmenden Zeugen und aller Welt, dass er und seinesgleichen sich dazu die Macht nehmen.

- Nun zu "berechtigte Gründe... , um auf die Straße zu gehen" - immerhin räumst du es zunächst mal ein.... Um die Bewegung dann mit aller gewohnter rethorischen Wucht in den Dreck zu ziehen. Wie jede andere, war auch die damalige große Bürgerbewegung mit Martin Luther King vielschichtig. Letztendlich wurde er als Vertreter der 'Sanften' abgeknallt, was den aggressiveren Flügel der "Black Panter" verstärkte. Die USA sind nun mal strukturell eine gewaltsamen Gesellschaft und in den Ghettos hält man nicht gerne die andere Wange hin.

Die heutige Bewegung im In- und Ausland pauschal als "zügellose, ikonoklastische und vandalistische... hirnlosen, kriminellen Vollpfosten" darzustellen, entspricht einer weißen, priviligierten Sichtweise, die daran interessiert ist, bestehende Ungerechtigkeiten zu zementieren.

Jede Demonstration, jede Massenveranstaltung (auch der CSD oder die Loveparade, wie wir in Duisburg schmerzlich erfahren mussten) birgt auch ein gewisses Risiko in sich. Wegen Bengalo-Idioten muss man aber trotzdem zB nicht gleich den gesamten Fußballsport diskreditieren. Die Motive für solche zu kritisierenden gewaltsamen Auswüchse sind meist vielfältig und zuweilen auch Teil von kalkuliert inszenierten diskreditierenden Kampagnen.

- mit "schafsblöd Solidarisierungsfloskeln nachblökt, ... zieht man nichts hinterfragend mit fliegenden Fahnen los" bemühst du dich letztendlich mit deinen abwerten Bemerkungen um eine Entsolidarisierung. Denn in fast allen Hauptstädten der westlichen Welt nehmen Menschen den Mord an George Floyd zum Anlass um auch gegen regionale Ungerechtigkeiten auf die Straße zu gehen.

'Black Lives Matter' stellt keinesfalls die Ungerechtigkeiten gegen andere Minderheiten in den Hintergrund. Im Gegenteil sieht man unter diesem Motto Menschen aller Colour auf den Straßen einschließlich Angehörige der weißen priviligierten Mehrheitsgesellschaft.

Und wenn drüben nicht wenige US-Polizisten mit Demonstranten Makarena tanzen und symbolisch das Knie beugen um, unbeschadet ihres eigentlichen Auftrages,

* zu de-eskalieren,
* Respekt vor dem Toten zu zeigen
* den öffentlich vorgeführten Mord an einen Schwarzen anzuprangern und/oder
* sich dem Anliegen der Menge solidarisch zu zeigen,

dann läßt das hoffen. Tatsächlich lohnt es sich, wie du anmerkst, immer und überall genau hinzuschauen.
 
herve - 11.07.20 22:07
Das habe ich so nicht gesagt und auch nicht so gemeint. Dennoch sollte man mal die Frage stellen, warum es seltsamerweise mehrheitlich Schwarzen gelingt, sich medienwirksam Gehör zu verschaffen und anderen nicht: es wäre nämlich z. B. auch denkbar, dass diese Gruppe gezielt heraus gegriffen und in den Fokus gesetzt wird, um die Ungerechtheiten gegenüber anderen Gruppen wie eben den First Nations, den Mestizen oder Mulatten und schieß-mich-tot-wen-noch zu überspielen und zu signalisieren "Seht mal her: in diesem Land tut sich doch was gegen Unrecht und Willkür. Also was regt Ihr Euch so künstlich auf?"

Womit man dann ganz gezielt eine Personengruppe gegen die andere ausspielen würde. Und das kann ja dann auch nicht der Sinn der Sache sein, oder?

Kurz: dass es berechtigte Gründe für sozial benachteiligte Leute ohne jegliche Zukunftsperspektive gibt, um auf die Straße zu gehen, darüber brauchen wir nicht zu reden. Das allerdings gilt nicht nur für den afroamerikanischen Teil davon, sondern für alle Bevölkerungsgruppen.

Und mit auf die Straße gehen meine ich nicht zügellose, ikonoklastische und vandalistische Zerstörungsorgien von hirnlosen, kriminellen Vollpfosten, sondern fundierte Proteste im Stil der Bürgerbewegung eines Martin Luther King.

Vor allem erwarte ich aber eines: dass man sich mal ganz genau anschaut, WER WIE für oder gegen WAS protestiert und WIE dieser Protest aussieht bevor man schafsblöd Solidarisierungsfloskeln nachblökt, die vollkommen daneben sein könnten. Und genau diese kritische Distanz vermisse ich gegenwärtig: vielmehr zieht man nichts hinterfragend mit fliegenden Fahnen los ohne zu wissen wohin die Reise eigentlich geht, und das ist ein eklatanter Fehler.
 
Danny - 11.07.20 12:06
Weil auch anderen Menschen unrecht geschieht, soll man sich also nicht mehr solidarisieren? Was wäre dann wohl aus der Emanziaption und der Schwulenbewegung geworden?
 
herve - 09.07.20 22:43
Also, irgendwie frage ich mich bei diesem Black-Lives-Matter-Hype, wie es wohl aussehen würde, wenn George Floyd kein Afroamerikaner gewesen wäre, sondern z. B. ein Angehöriger der First Nations: gäbe es dann auch so eine Wahnsinns-Sympathiebekundungswelle oder würde das ganze Ereignis dann geflissentlich unter den Tisch fallen?

Und noch weniger halte ich von den Denkmalstürzen, denn ich bezweifle, dass ikonoklastischer Vandalismus wirklich zu einer Verbesserung der gesellschaftlichen Situation beiträgt. Allenfalls dient er als faules Argument für nichtsnutzige Zeitgenossen, die mal nach Herzenslust randalieren wollen.

Und das halten Hooligans, Neonazis und andere Extremisten auch nicht anders.
 
Matze_malt - 02.07.20 13:03
Libertys Fackel - erloschen ... das sagt viel ...
 
SeplundPetra - 30.06.20 16:24
Der Polizist als einarmiger Bandit. Klasse Bild. Schade nur, dass Tim und Struppi zu spät zu kommen scheinen...
 
PeterD - 29.06.20 21:47
Klasse!
 
 

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